Schauwerkstatt in Camacha

Camacha liegt im östlichen Teil der Insel, fast 700 Meter über Meeresniveau. Das kleine Städtchen Camacha ist für seine Korbflechterei, sein alljährliches „Apfelfest“ und für seine Folkloretanzgruppen bekannt.

In den feuchten Tälern wachsen die kleinen Korbweiden, aus deren Ruten die Bewohner Camachas Möbel und andere Gegenstände flechten. Im Frühjahr werden die Ruten geschnitten, danach Schauwerkstatt Camacha werden sie gekocht oder wochenlang eingeweicht. Durch das Erhitzen erhalten die Weiden ihre rotbraune Farbe. Das Flechten erfolgt meist in Heimarbeit. Hinter der von einem auffälligen Uhrturm gekrönten Fassade eines ehemaligen britischen Sommersitzes erstreckt sich Madeiras größter Korbwarenmarkt.

Im Café Relogio gibt es eine Schauwerkstatt, die sich am hübsch begrünten Hauptplatz befindet. Hauptplatz Camacha In der Schauwerkstatt können Gäste den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen und die Korbwaren erwerben. Die „Industrialisierung“ des Flechtens in Camacha geht auf einige Engländer zurück, die Ende des 19. Jahrhunderts den Bergort als Sommerresidenz nutzten. Sie gaben den Bewohnern Möbel aus Weidenflechten in Auftrag – bald wurden die filigranen Möbel zu einem wichtigen Exportartikel Madeiras. Heute jedoch macht ihnen die Billigkonkurrenz aus Asien zu schaffen.